Strategie / Strategy

Teil 1 – Investieren

Meiner Meinung nach ist eine Strategie außerordentlich wichtig, um langfristig und planbar Erfolg an den Märkten zu haben. Es gibt sicher viele Strategien, die geeignet sein können, eine nachhaltige Rendite zu erzielen. Man muss „nur“ die passende Strategie für das eigene „Investor-Profil“ finden. Für mich hat die Dividenden-Wachstums-Strategie vor allem drei wesentliche Vorteile.

  • Sie generiert sofort laufendes Einkommen
  • Sie funktioniert sowohl in steigenden als auch in fallenden Märkten (ein nicht zu unterschätzender psychologischer Aspekt)
  • Der „Zinses-Zins Effekt“ kommt bei einem langen Anlagehorizont und dem Re-Investieren der Dividenden stark zur Geltung

Ein ganz entscheidender Faktor bei dieser Strategie ist die Auswahl der Unternehmen, die man in sein Portfolio aufnimmt. Es gibt sicherlich die verschiedensten Methoden solche Unternehmen herauszufiltern (von eher schematisch bis eher intuitiv). Eine umfassende Recherche ist jedenfalls für mich alternativlos. Bei der Auswahl der Unternehmen sind dies vor allem folgende Kriterien (nicht abschließend):

-Dividendenrendite idealerweise zwischen 3,5%-6,5%

-solide Dividendenhistorie über die letzten ca. 10 Jahre, insbesondere Dividendenwachstum und Prüfung wie sich das Unternehmen in Krisen verhält

-Auszahlungsquote (Pay Out Ratio) idealerweise zwischen 40%-75% (Ausnahme bei REITs)

-Gewinnwachstum und Aussichten

-Aktuelle Bewertung (KGV bevorzugt unter 20 – Ausnahme bei REITs), Kursverlauf

-Management (shareholder value orientiert)

-Free Cash-Flow

-Verschuldungsgrad

Grundsätzlich muss ich mir vorstellen können, das Unternehmen sehr lange oder für immer im Portfolio zu halten, klassisches „buy-and hold“. Oder auch „long and long only“. Da die Strategie ganz klar einkommensorientiert ist, steht ein Verkauf nur in Ausnahmefällen zur Disposition. Zum Beispiel dann, wenn sich die grundlegenden Voraussetzungen für ein Unternehmen ändern, oder die Dividende drastisch gekürzt wird.

Bei der teilweise schwierigen Frage des richtigen Einstiegszeitpunktes habe ich für mich einen Mittelweg zwischen absolut schematischen „cost-averaging“ und dem Versuch den Markt zu „timen“ gewählt (Stichwort: die beiden Gegensätze „time in the market vs timing the market“).
Ich investiere mit einer gewissen Regelmäßigkeit, damit das Kapital „arbeiten“ und Einkommen generieren kann. Aber auch deshalb, weil ich den Markt nicht vorhersagen kann.
Allerdings versuche ich in Korrekturphasen größere Stückzahlen zu kaufen bzw. nachzukaufen. Dies setzt eine immer verfügbare, signifikante Cash-Reserve voraus, die ich ausschließlich vorhalte, um reagieren zu können, wenn sich gute Gelegenheiten bieten.

Eine wichtige strategische Richtungsentscheidung stellt sich bei der Frage welche Anzahl an Unternehmen man in sein Portfolio aufnehmen will. Eine Diversifikation über verschiedene Branchen und Länder halte ich dabei generell für sinnvoll. Allerdings bedeutet dies für mich nicht, dass ich 80 oder 100 kleine Einzelpositionen aufbaue, nur um das Risiko zu begrenzen. Auf diese Weise läuft man Gefahr nur Mittelmäßigkeit zu erreichen. Ich denke, die Idee des Fokus-Investing ist zumindest in Teilen auch im Bereich der Dividendenwachstumsstrategie gut anwendbar, um ein überdurchschnittliches Einkommen zu erzielen. Mein Portfolio werde ich dabei um einen Kern von Werten aufbauen in die das meiste Kapital fließt und bei denen ich überzeugt bin, dass eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie jetzt und auch in Zukunft hervorragende Dividendentitel sein werden. Eine Begrenzung auf eine bestimmte Zahl ist in diesem Zusammenhang für mich nicht entscheidend, aber ca. 15-20 Werte als Kern des Portfolios könnten es werden. Die Festlegung der „Kernwerte“ ist noch nicht erfolgt, da das Portfolio sich erst im Aufbau befindet, aber Realty Income, AT&T und Munich Re werden zum Beispiel dabei sein. Hinzu kommen einige kleinere Positionen, bei denen das Chance/Risiko Verhältnis stimmt bzw. ich glaube, eine günstige Gelegenheit nutzen zu können.

Wann ich mit dem Portfolio Finanzielle Unabhängigkeit erreiche, ist nicht alleine ausschlaggebend. Der Weg dahin ist schon ein (Zwischen)-Ziel. Und dieser Weg macht jede Menge Spaß.


Part 1 – Investing

In my opinion having a investment strategy is essentiell to be successful at the markets in the long run. There are a lot of sound strategies to choose from and you „only“ have to find the one, which fits your „investor-profil“ best. I think that the „The Dividend Growth Strategy“ has three key advantages, which are:

  • The strategy generates income right from the beginning
  • The strategy works in bull markets and in bear markets (a psychological effect which cannot be underestimated)
  • Compounding and re-investing the dividends is very powerful over the long run

One of the most important factors is selecting the right stocks that fit a dividend growth portfolio. There are a lot of methods for sure when it comes to choosing stocks (ranging from a more schematic way to one based more on intuition). For me a sound research is without alternative. In that process i focus on the following metrics which are essentiell for me:

-dividend yield preferably in the range of 3,5%-6,5%

-solid dividend history in the last 10 years, especially a solid dividend growth rate (how does the firm act in a crisis – does it cut the dividend?)

-dividend pay out ratio ideally between 40%-75% (different with REITs)

-earnings growth and future potential for the business

-P/E ratio

-management shareholder value friendly

-free cash flow

-debt to equity ratio
Basically it’s a classic „buy and hold“ strategy or in other words – „long and long only“. First and for all it’s income oriented and because of that i sell stocks only in special situations. For Example that’s the case if a dividend is cut more than a little or the fundamentals of a business that i own change completely.

Sometimes it’s difficult to determine when to buy a stock. Especially when Mr Market is in a bull run. I choose to walk between the lines of „time in the market vs timing the market“. I can’t predict where Mr Market is headed to and that’s why i invest on a regular basis in general. Letting the money work for you and generate income is not the worst of ideas. On the other hand i keep a significant amount of cash sitting on the sidelines, so that i can react if a market correction comes along.

How many different stocks you want in your portfolio is another important strategic decision. Diversification makes a lot of sense in my opinion, as well concerning branches as in different regions in the world.
But for me this is not the reason to build a portfolio of 80 or 100 small positions just to minimize risk. In doing so, you risk achieving only mediocre returns.
In my opinion focus investing is in part a good strategy when building a dividend growth portfolio too. Therefore my portfolio will consist of a „core of stocks“ in which i will invest most of the capital and with which i am the most comfortable because i think there is high likelihood that these stocks will be great dividend stocks in the future too.

I don’t have an exact number for these „core holdings“, but about 15-20 seems fine with me. In addition to that the portfolio will consist of some smaller positions which have the right risk/reward ratio. Right now i haven’t defined what these „core holdings“ will be because the process of building my dividend growth portfolio is not finished. But you can expect that Realty Income, AT&T and Munich Re will be in the mix for example.

It’s not important for me to reach financial independence at a specific time in my life, the journey towards FI is a goal in itself. And i enjoy the ride.

 
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Teil 2 – Sparen

Es ist nicht wirklich schwer Finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen, auch nicht mit einem Durchschnittseinkommen. Allerdings benötigt man Disziplin, Durchhaltevermögen und einen langfristigen Zeithorizont. Aber wo ist das nicht so, wenn man eine außergewöhnliche Leistung erbringen will (bspw. diszipliniertes Training für sportliche Erfolge, voller Einsatz und Durchhaltevermögen bei einer Unternehmensgründung etc.)?

Wo fange ich an, wenn das Einkommen die primäre Quelle für die Investitionen ist? Ich würde damit beginnen die monatlichen Ausgaben komplett zu erfassen. Dies geht heutzutage über ein breites Angebot an Apps fast mühelos.
Man wird überrascht sein, wo die einzelnen Euros oder Dollars so überall verschwinden. Dann kann man ganz gezielt Kosten senken, der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Die Frage „was brauche ich wirklich“ ist dabei recht hilfreich – das Konzept „LBYM“ bringt es auf den Punkt. „Live below your means – lebe unter deinen Möglichkeiten“.
Das heißt nicht unbedingt seine Lebensqualität einzuschränken, ganz im Gegenteil. Die Ausgaben bewusst auf das beschränken was wirklich notwendig ist, oder was nachhaltig Freude bereitet. Jeder nicht ausgegebene Euro/Dollar bringt einen der FI näher. Die Einstellung, das „Mindset“ ist hierbei entscheidend. Sparen nicht als Einschränkung betrachten, sondern positiv als Schritt für Schritt zur finanziellen Unabhängigkeit. Der Weg gleicht einem Marathon, nicht einem Sprint.
Das Kapital dann in Dividendenaktien investieren und stetig wachsendes Einkommen kassieren, welches wiederum investiert wird. Je nach Zeithorizont und Ziel kann die Sparrate variieren, zwischen 30%-40% des Einkommens ist auf jeden Fall nicht schlecht. Mehr schadet natürlich auch nicht :-).

„Pay you first – sich Selbstbezahlen“ und zwar direkt am Anfang des Monats ist meiner Meinung nach enorm wichtig. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass man den vollen Sparbetrag nutzt und einem das Geld nicht im Laufe des Monats durch die Finger rinnt. Nur das zu sparen, was am Ende des Monats übrig bleibt ist nicht wirklich eine gute Idee. Den „Zielbetrag“ sofort auf ein Investmentkonto überweisen und mit dem Rest des Geldes den Monat über auskommen. Und wenn das mal nicht reicht, nutzt man in Ausnahmefällen kurz! die Flexibilität eines Girokontos. Nie auf das bereits am Monatsanfang gesparte Geld für Alltagsausgaben zurückgreifen.
Sich für harte Arbeit oder auch die Sparanstrengungen dann mit dem Kauf von Dividendenaktien zu „belohnen“ macht mir viel mehr Freude, als weitere, kurzlebige Konsumgüter anzuschaffen.


Part 2 – Saving

It isn’t really difficult to reach financial independence, even with an average monthly income. What you need though is discipline, endurance and a long time horizon.
But if you take a closer look, these are qualities which you need when you want to achieve special things (for example the discipline you need in professional sports or the attitude „give it all you got and then some more“ and endurance when you start your own business etc.).

Where do i begin, if the monthly income is the main source of the cash you can invest? First of all i would start to track all my expenses. Nowadays this is pretty easy with the vast numbers of apps. You’ ll be surprised where a lot of your Euros or Dollars end up. Then you can cut expenses in a lot of different sectors, there are no limits, except your fantasy. The question „what do i really need“ is helpful. The concept „LBYM“ is the key.
„Live below your means“. That’s a far cry from saying that „LBYM“ affects your quality of life in a negative way, just the opposite. To cut expenses down to really important things or what brings lasting joy sets free a lot of energy. With every Dollar you don’t spend you get closer to FI. The mindset is crucial here. If saving is a sacrifice for you, you probably won’t get far. Let saving be the absolute positive habit, with which you reach financial independence step by step. It’s a marathon, not a sprint to get there.
Then you invest the money in dividend stocks to generate a continually growing stream of dividends which are reinvested again. Your savings rate can vary, it depends on your specific goals and your time horizon. A rate between 30%-40% of your income isn’t bad for a start. More doesn’t hurt though :-).

Another very important habit when saving is to „pay you first“ at the beginning of the month (or at the time your paycheck hits your wallet). In doing so you make sure that you have the capital for investments at hand and that the hard earned money doesn’t trickle through your fingers. To save only what’s left at the end of the month isn’t a smart move actually. Transfer the savings rate straightaway to your brokerage account and make ends meet for the rest of the month. Make sure not to transfer this „investment money“ back to your normal account for daily purposes.
To reward oneself for all the discipline while saving by accumulating dividend stocks is far more satisfying in my opinion than buying more nondurable goods.

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